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Hyäne im Schafspelz: Aus dem Alltag staatlicher Provokation

April 2012, das Weltnetz, unendliche Weiten

In den letzten zwei Beiträgen auf diesem Blog wurde die im Grunde recht banale Provokation eines operativ eher mäßig begabten Mannes und seiner Hintermänner in einem ein wenig bedeutungsschweren Ton präsentiert, und das hat seinen Grund. Die Aktion des Mario Kögl aus Straubing liefert nämlich nicht nur ein Modell jener geheimdienstlicher Intrigen, mit denen schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen wie die Bespitzelung bis hin in den persönlichen Bereich oder die technologische Totalüberwachung gerechtfertigt werden. Diese Aktion zeigt auch, wie man auf Seiten der Dienste jene Akten-Infrastruktur anlegt, die dann später zu einem passenden Zeitpunkt dazu eingesetzt werden kann, Menschen schwere Straftaten anzuhängen und dies selbst dann noch, wenn eine Nichtbeteiligung längst amtlich festgestellt ist.

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(Kögl steigt durchs Bild, während der „Chef“ zufällig facepalmiert)

Das geheimdienstlich entworfene „rechtsterroristische“ Phantom des „Seniorenrats“, von dem die Rede war, kann zum Beispiel Jahrzehnte später als Aktenfragment an klamme investigative Journalisten durchgestochen werden; unter besonderen Umständen kann irgendwo eine Bombe hochgehen und es finden sich persönliche Gegenstände am Ort der Tat oder in einem Terrornest. Wenn dann der Betroffene auch noch zufällig Selbstmord begeht, sind der Romanschriftstellerei keine Grenzen mehr gesetzt.

Nun ist nicht jeder staatliche Provokateur ein solcher Kulissenreisser wie der Kögl. Der gute Mann traute sich mit seiner Aktion unter der Schirmherrschaft des bayerischen Landesamtes eindeutig zu viel zu; und aufgrund seiner Unfähigkeit kann sein Versagen an dieser Stelle gut dokumentiert werden. Es ist eine wahre Geschichte aus dem Alltag der staatlichen Provokation, die bei manchen Leuten regelmäßig und in wechselnder Gestalt wiederkehrt, einfach, um Macht zu schaffen und auszuüben. Da steht dann schon nach dem Frühstück der Provokateur an der Schwelle und treibt sein Handwerk, jahrein jahraus.

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(E-Mail des Provokateurs Kögl als Bewerbung für den Einlass zur Podiumsdiskussion mit Hepp)

Am Anfang steht die Annäherung. Die ist bei einem staatlichen Provokateur von rechtem Schrot und Korn zumeist mit einer kräftigen Portion Schleimscheißerei und einer starken Betonung der eigenen Ausgebufftheit, bei jüngeren Provokateuren einer hündischen Betonung der eigenen Unerfahrenheit verbunden. In diesem Fall waren es angebliche drei Jahre Haft im Osten, zuvor der nicht unwahre Hinweis darauf, dass man „staatlich anerkannter Antikommunist“ sei. Inhaltliches Interesse wird auch signalisiert, hier sinnigerweise am Thema das Verrats, das der Provokateur unbenommen in allen Facetten kennt.

Was ebenfalls auf keinen Fall fehlen darf, ist der Hinweis darauf, dass man sich bei bestimmten „führenden Männern der Bewegung“ eine Auskunft über die eigene Vertrauenswürdigkeit holen könne. Was das für die Referenzgeber bedeutet, bedarf nicht der Diskussion.

Nachdem Kögl seine Einflüsterungen und anderen zweifelhaften Dienste getan hat, macht er auch noch den schweren Fehler, gegenüber Dritten bezüglich der Podiumsdiskussion mit Hepp flapsig zu werden:

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(Dieter Schreiber alias Peter Brauner alias Mario Kögl lässt sich auf Facebook „privat“ über seine Erlebnisse aus)

…um dem Ganzen zum Schluss auch noch die Krone aufzusetzen im Rahmen der unvermeidlichen Auswertungsfrage:

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(Dieter Schreiber alias Peter Brauner alias Mario Kögl zeigt auf Facebook dienstliche Ungeduld)

Hier hat ein kleines Licht eindeutig sein Netzwerk überschätzt; wer es mit einem alten Hasen aufnehmen will, der muss früher aufstehen als Mario Kögl aus Straubing.

Bei aller Freude über so viel Naivität in der geheimdienstlichen Arbeit muss dem Leser doch klar gemacht werden, dass mit solchen Vorgängen keinesfalls zu spaßen ist. So wie einst der alte Lippert auf den ersten Blick harmlos gewirkt haben mag und doch, auf die eine oder andere Art, in die scheußlichsten Intrigen verstrickt war, so können die Berichte und Aktionen eines Mannes wie Kögl zum Glied in einer Kette aus Intrigen gemacht werden, die uns den Blick auf die wahren Hintergründe des Staatsterrorismus vernebeln. Von den vernichtenden, oft tödlichen Folgen für die Betroffenen zu schweigen.

 

3 Gedanken zu „Hyäne im Schafspelz: Aus dem Alltag staatlicher Provokation“

  1. Die Hyäne des Herrn Hoffmann sagt:

    Schwer vorstellbar, dass so ein „Alter Hase“ einem ehemaligen Stasihäftling gewachsen ist. Die Verknüpfung mit dem VS grenzt schon an Wahn bzw. ist dem Geltungsdrang des Herrn Hoffmann geschuldet.
    *Rechtschreibfehler berichtigt. Die Red.*

  2. Rudolf Brettschneider sagt:

    Monsieur Kögl, herzlich Willkommen! Man könnte den Eindruck gewinnen, Sie agierten nicht umsonst von einem mährischen Dorf aus. Das Schicksal frecher V-Leute hier am Blog kennen Sie aber, oder nicht?

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