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Quatsch für Mutter Helga: Recherchefreies Gerede

Schloss Ermreuth, 21. September 2015

Heute ein kleiner Beitrag zu einer der zahllosen achtlos hingesagten recherchefreien Einschätzungen des ZDF-Intriganten und Filmemachers Rainer Fromm, dessen Dissertation hier zerlegt wird. Es ist nur ein Wort, das Fromm anbringt, aber dieses Wort zeigt, wie oberflächlich seine Arbeit zur WSG trotz ihres akademischen Anspruchs ist.

Die Presseberichterstattung ist logischerweise ereignisorientiert und reflektiert die Entwicklung der WSG und der staatlichen Reaktionen. So lassen sich folgende Phasen konstatieren: 1. Die WSG wird „entdeckt“ (1974/75) …

(Rainer Fromm: Die Wehrsportgruppe Hoffmann, S. 20)

Die Wehrsportgruppe Hoffmann wird nicht gegen meinen Willen, oder gegen meine Interessen im Sinne von „aufdecken“ oder „auffliegen“ entdeckt. Es gab nichts was ich zu „verdecken,“ oder zu „verstecken“ nötig gehabt hätte. Das so genannte „Entdecken“ wird mit der ersten Berichterstattung in den Massenmedien gleichgesetzt. So als wäre durch die Aufmerksamkeit von Journalisten etwas „Unrechtes“ plötzlich aufgedeckt worden. Davon kann jedoch keine Rede sein.

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(Gern gesehener Gast der NPD: Rainer „Recherchiernix“ Fromm)

Zufällig hatte sich auf privater Ebene der Kontakt zu einem freien Kameramann ergeben. Der durch ihn vermittelten Berichterstattung in Presse und Fernsehen habe ich zugestimmt. Freilich ohne eine Ahnung von der Manipulationsfreudigkeit der Journalisten zu haben. Erfahrung und Routine im Umgang mit Journalisten war zu jener Zeit noch nicht vorhanden.

Hallo! Kennst Du mich nicht mehr? Ich bin der Rudi. Dein Entdecker.

Mit diesen im Gegensatz zu Fromm nicht unironischen Worten (als ob er einen Filmstar entdeckt hätte) begrüßte mich Rudi Herrmann, als wir uns anlässlich der Podiumsdiskussion mit Odfried Hepp nach fünfunddreißig Jahren zum ersten Mal wiedersahen.

In einer lokalen Seniorenzeitung findet sich ein autobiografischer Bericht. Rudi Herrmann erzählt die wichtigsten Eckpunkte seines Lebens als Kameramann. Dabei schien ihm das Zusammentreffen mit mir im Jahre 1974 erwähnenswert zu sein. In wenigen Sätzen schildert er wie alles anfing.

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(Artikel aus einer fränkischen Seniorenzeitung)

Karl Heinz Hoffmann erzählte mir 1974 im Café Groll von seinem Vorhaben, eine Wehrsportgruppe zu gründen. Ich informierte Franz Tartarotti von diesem Treffen. Für die Sendung Panorama NDR drehten wir darüber den ersten Bericht und lösten eine Pressehysterie aus.

Soweit Rudi Herrmann.

Um der Korrektheit Willen muss angemerkt werden, dass die Wehrsportgruppe zum Jahresanfang 1974 bereits bestand. Zuerst ohne organisatorischen Rahmen, dann vorübergehend als Jungstahlhelmgruppe und schließlich einen Tag vor der ersten Fernsehsendung quasi als WSG. Zwar steckte das Projekt noch in den Kinderschuhen, aber der Anfang war schon, in aller Stille, 1973 gemacht worden. Ein Gründungsvorhaben hätte Rudi Herrmann nicht filmen können. Auf die Bildschirme konnte nur etwas gebracht werden, was schon, wenigstens im Ansatz, personell vorhanden war.

Die nach dem Filmbericht einsetzende Hysterie und der Schock beim politischen Establishment waren deshalb so beachtlich, weil bis dahin niemand etwas über die Existenz der WSG gewusst hat.

Natürlich auch deshalb, weil wir von den Medien sofort dem neonationalsozialistischen Spektrum zugeordnet wurden. Diese willkürliche Zuordnung war falsch, sie hat sich aber im kollektiven Bewusstsein der Bevölkerung festgesetzt und bisher als irreversibel erwiesen.

Von all diesen Dingen ist bei Fromm nichts zu lesen. Wäre ja auch zu viel verlangt gewesen für eine Dissertation über die WSG, deren Eintritt in die mediale Sphäre zu recherchieren.

(Eine Kolumne bis Weihnachten von Karl Heinz Hoffmann über die Mängel der Dissertation von Rainer Fromm; redaktionelle Bearbeitung, Bildgestaltung und Bildunterschriften von der Redaktion)

 

Ein Gedanke zu „Quatsch für Mutter Helga: Recherchefreies Gerede“

  1. Was andere über so manchen Journalisten denken und auch kommunizieren.

    https://vid.me/e/JHG0

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