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Zeitzeuge par excellence foltert ohne Not und geht über die Hürden

Lager Bir Hassan, Frühjahr 1981

Hoffmanns kleine Kampfgruppe hat sich mehr oder weniger eingelebt in dem Lager auf dem Gebiet der „fortschrittlichen Kräfte“ des durch die Machtkämpfe zahlloser Milizen und ausländischer Schutzmächte zerrissenen Libanon. Man befindet sich in der Nähe von Beirut und ist immer wieder der Drohung israelischer Luftangriffe ausgesetzt, hat aber auch mit den regionalen Maßnahmen feindlicher Milizen und mit Kommandounternehmen vom Ausland her zu rechnen. Öfter kommt es jetzt zu Differenzen innerhalb der Truppe, und der BND-Agent Albrecht, der Hoffmann in den Libanon gelockt hat, erschüttert das Projekt durch Intrigen.

Die später so genannte „WSG-Ausland“ zerfällt innerlich bereits in verschiedene Fraktionen, die sich feindlich gegenüber stehen. Besondere Spannungen gibt es zwischen der so genannten Nazifraktion um Odfried Hepp, der nach einem Fluchtversuch und der darauffolgenden Bestrafung wieder bewaffnet worden ist, einigen anderen glühenden Nationalsozialisten und den unpolitischen Männern im Lager.

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(Vernehmung Marx, HLKA, 10.8.1981, Blatt 0 05914)

Unser Freund, der spätere Oktoberfestlügner und aktuelle Lieblingsnazi von Ullrich Chaussy, Arndt Heinz Marx, schiebt Frust in dieser Zeit. Er findet es ziemlich gemein, von der unpolitischen Mehrheit der Männer in der WSG wegen seiner Spinnereien gehänselt zu werden. Leider sitzt er in der Falle; er hat die Waffenbrüderschaft mit den Palästinensern unter Hoffmann angenommen und kommt mit seinen terroristischen Plänen nicht zum Zuge:

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(Vernehmung Marx, HLKA 24.8.1981, Blatt 0 05960)

So ein Sauhund aber auch, der Hoffmann, dass er Leute zu den um ihr nacktes Leben kämpfenden Palästinensern mitnimmt und dann dort Befestigungen bauen lässt statt Terroranschläge in Deutschland auszuhecken. Die seltsamen Vorstellungen des Super-Nazi Marx vom Lebenskampf eines bedrängten Volkes und ihre Ablehnung durch Hoffmann mögen einen Teil jener Aggressionen erklären, die Marx und seine nationalsozialistischen Freunde im Folgenden ausleben.

Hass und Häme gegen Schwächere nisten sich natürlich auch dort ein, wo es um das eigene Heldentum nicht ideal bestellt ist. Den traurigen Sinn dieser Binsenweisheit verkörpert Marx zu jener Zeit wie kaum ein anderer; obwohl er bis heute Gegenteiliges behauptet, scheitert er an der klassischen Seilübung der WSG auch im Libanon:

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(Vernehmung Marx, HLKA, 10.8.1981, Blatt 0 05935)

Als militärische Null schafft Marx die Übung nicht; natürlich hat er auch dafür eine Erklärung, er hat ja den ganzen Tag geschuftet. – Noch vor wenigen Tagen behauptete der Oktoberfestlügner und Zeitzeuge par excellence, wie er sich selber nennt, im Kommentarbereich dieses Blogs das Gegenteil. Was für ein erbärmlicher Schwätzer kann man sein, um als Zeitzeuge par excellence 35 Jahre nach einer solchen lächerlichen Blamage diese öffentlich im Internet leicht widerlegbar abzustreiten.

Der junge Nazi Marx muss seine Wut jetzt irgendwie herauslassen. Da er im Libanon festsitzt und keine Bomben hochgehen lassen kann sondern dabei helfen soll, den Palästinensern die Freiheit und das Leben zu sichern, greift er gern nach einer Möglichkeit, ein wenig grauslich zu werden. Auch grausame Fernsehinterviews in Tarnunterhosen sind ihm verwehrt; was liegt also näher, als zu foltern.

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(Vernehmung Marx, HLKA 4.8.1981, Blatt 0 05891)

Kai-Uwe Bergmann hatte bereits vor der Reise in den Libanon Dinge getan, die in der späteren Nazifraktion von Hoffmanns Kampfgruppe Unmut erregten. In polizeilichen Verhören soll er gegen die Gruppe um Hepp ausgesagt, sie also verpfiffen haben. Trotzdem hatte man ihn in den Libanon mitgenommen, aus welchen Gründen auch immer.

Der Zeitzeuge par excellence entwickelt nun Empfindungen selbstloser völkischer Solidarität und beginnt, Bergmann zu verachten. Mit Bergmann hatte er vor dem Libanon-Abenteuer nichts zu tun; und vor dem hessischen LKA sagte er auch aus, tief geschlafen zu haben, während man dem armen Bergmann ein Waterboarding angedeihen ließ. Aber dies war eine Lüge, wie später vor Gericht zugegeben werden musste. Man war schnell sehr wach.

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(Mitschrift der Aussage von Marx, 11.3.1985, Blatt 5; „Sali“ war der Kampfname von Kai Uwe Bergmann)

Wir begegnen an dieser Stelle, als Initiator der grausamen Folterungen an Bergmann, wieder dem arglistigen Sprengstoffablader Hans Peter Fraas. Dieser hatte an dem betreffenden Abend das Kommando über die im Lager verbliebenen Leute von Hoffmanns Kampfgruppe. Und er hatte sich anhand von Literatur, die ein gewisser VS-Spitzel namens Walter Ulrich Behle aus Deutschland mitgebracht hatte, die Vorstellung vom Waterboarding als einer heilsamen Wasserkur für den „Verräter“ Bergmann zurechtgelegt. Auch Fraas hatte mit Bergmann vor dem Libanon-Abenteuer nichts zu tun gehabt, genauso wenig wie Behle.

Das sympathische Kleeblatt macht sich also ans Werk. Noch im März 2015 sollte der Oktoberfestlügner Marx in Kommentarversuchen auf diesem Blog Aufklärung über Bergmanns Schicksal verlangen; er kann sie haben. Die „Show“, von der der Zyniker Fraas spricht, ist eine scheußliche Folterung; Behle, Marx und Fraas lassen sich nicht lumpen. Angeblich ist Marx im Befehlsnotstand; er musste buchstäblich zur Folter gezwungen werden, wie er vor Gericht aussagte.

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(Mitschrift der Aussage von Marx, 11.3.1985, Blatt 6)

Was aber ein Zeitzeuge par excellence ist, der korrigiert sich schon einmal. Zwei- oder dreimal habe er zugeschlagen, sagt der Oktoberfestlügner. Wer das jetzt nicht glaubt, liegt natürlich richtig. Genauso wie mit der Vermutung, dass sich ein gefesselter Mann nicht selber den Arm auskugeln kann. Behle sollte auch vor Gericht aussagen und darauf hinweisen, dass Marx an diesem Abend Wachdienst hatte, also ein Wachvergehen verüben musste, um zu foltern. Von einem Befehl konnte keine Rede sein; er „hätte sich fernhalten müssen“ von der Folterung, wenn ihm mit der Dienstvorschrift ernst gewesen wäre:

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(Mitschrift der Aussage von Behle, 10.4.1985, Blatt 97)

Dass der VS-Mann Behle an der Folterung beteiligt war, geht aus den Protokollen seiner polizeilichen Vernehmungen hervor, aber auch aus einer späteren Aussageverweigerung vor Gericht, die dazu hinreichte, ihm selbst den Kopf zu retten.

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(Mitschrift der Aussage von Behle, 10.4.1985, Blatt 96)

Bergmann verliert nach dieser scheußlichen Behandlung endgültig den Mut, sich weiter im Lager aufzuhalten und unternimmt später seine zweite Flucht, die ihm bei den Palästinensern Gefangenschaft und ein finsteres Schicksal einbringt. „Don`t ask“, sagt man Hoffmann auf seine Nachfrage nach dem Unglücklichen. Schließlich hatte er sich für ihn mit seinem eigenen Kopf verbürgt.

Und was erwartete Unterhosenbomber Marx für seine Folter ohne Not?

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(HLKA 4.8.1981, Blatt 0 05880)

Er wurde ja öfter über die Hürdenbahn im Lager geschickt. Auch nach der Folter an Bergmann. Das war die Strafe.

Und was macht der Flunkerfisch? Hat er 20 mal die Hürden genommen? Sagt er wenigstens hier die Wahrheit?

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(Mitschrift der Aussage von Behle, 10.4.1985, Blatt 1)

Er flunkerte. Was sonst.

Nach dem zweiten Mal war Marx immer total erschöpft, immer. 20 mal geht bei Marx nicht, sagt Behle. Alles gelogen.

 

 

9 Gedanken zu „Zeitzeuge par excellence foltert ohne Not und geht über die Hürden“

  1. Paule sagt:

    Warum war der Mollath noch in der Geschlossenen ?
    Der Marx und der Fraas gehören da rein, auch heute noch… gemeingefährliche Psychopathen….

  2. Die „ultra-nationale“ Szene als solche kann man als unwichtig abtun, aber die Verbreitung der im Blog veröffentlichten Enthüllungen in der nationalen Szene ist nicht unwichtig.
    Man muss immer bedenken, dass dort junge Idealisten zu Gange sind, zwar nach unserer Meinung ideologisch fehlgeleitet, aber eben doch Leute die Idealen folgen. Es ist noch lange nicht gesagt, ob sie nicht ,zumindest teilweise durch Aufklärung dazu gebracht werden könnten, vernünftigeren Idelen zu folgen, die unserem Volke nützen und nicht schaden. Marx hat in seiner Vernblendung nie begriffen, dass er, wie man in rechten Kreisen sagt, ein Volksschädling ist. Wer wollte behaupten dass dieser Zwangsneurotiker mit seinem Verhalten Nutzen gebracht haben könnte?
    Allzu sehr dürfen wir auf den „Nationalen “ nicht herumtrampeln. Man muss ihnen erst mal ihre nostalgischen Bedürfnisse lassen. Solche Bedürfnisse sind ebenso legitim wie die „DDR Nostalgie“ vieler ehemaliger FDJ Mitglieder. Auch die sind deswegen keine schlechten Deutschen. Im Gegenteil, sie sind mir lieber als die „Wendehälse“
    Nur den unerträglichen Auswüchsen, wie sie von Marx vertreten werden muss man entgegen treten. Schon wegen der himmelschreienden Unehrlichkeit. Nicht zuletzt auch wegen des hetzerischen Charakters. Die wegen ihrer ablehnenden Haltung zu Himmlers rassistischer Afterlehre, von Marx als Idioten bezeichneten soldatisch gesinnten Mitglieder der WSG Ausland waren durchaus gute Deutsche und gewiss nicht frei von deutschnationalen Gefühlen. Aber sie waren nicht ideologisch verblendet. Für sie war jeder ein Volksgenosse, der ein solcher sein wollte.
    Das muss einmal klar gestellt werden.

  3. Folter geht gar nicht und erst recht nicht bei Kameraden! Ich frage mich bis heute, was war eigentlich der Sinn und Auftrag der WSG-Ausland?

  4. Rudolf Brettschneider sagt:

    Hallo Lothar, schön, dass du vorbeischaust. Zu deiner Frage wird wohl in Kürze ein Beitrag erscheinen, war schon länger geplant

  5. Karin B. sagt:

    Dieser Blog ist sehr interessant und die letzten Beiträge sind überdies auch lustig und amüsant, trotz des ernsten Themas. Allerdings erscheint es mir etwas unfair, Herrn Marx als „Oktoberfestlügner“ zu bezeichnen. Im großen und ganzen hat er durch seine Aussagen bei den Behörden und auch bei Herrn Chaussy klargestellt, dass die WSG mit dem Anschlag nichts zu tun hat. Das Wesentlichste, nämlich dass Köhler nie Mitglied der WSG war, vier Jahre vor dem Anschlag das letzte mal dort war und auch nicht auf dem Titelfoto der WSG-Zeitschrift ist, hat Marx immer deutlich gesagt. Seine „Flunkereien“ bzgl. des Anschlags beziehen sich dagegen auf Nebensächlichkeiten wie Kleidung und Verhalten von Köhler sowie die äußeren Umstände bei der gemeinsamen Übung.
    Anders mag es mit den Begebenheiten im Libanon aussehen, das kann ein Außenstehender nicht beurteilen. Hier ist Herr Brettschneider natürlich im Vorteil, da er sämtliche Akten besitzt und die jeweils für ihn passenden Auszüge veröffentlichen kann.
    Unabhängig davon kann es aber nicht schaden, durch Beiträge und Diskussionen etwas Licht in die damaligen Vorgänge und Intrigen zu bringen und den sogenannten Nationalsozialisten wie der Hepp-Fraktion ein Armutszeugnis auszustellen. Unnütze Folter, Verrat und Desertation gehören zu ihrem Verhalten, aber zur Hilfe eines unterdrückten Volkes bei dessen Befreiungskampf sind sie nicht zu gebrauchen.

  6. Die falschen Angaben von Marx zur Bekleidung Köhlers auf der WSG Übung ist durchaus nicht nebensächlich. Und zwar deshalb nicht, weil man aus der Bekleidung, sofern sie denn eine WSG Uniform gewesen wäre, was nicht der Fall war, ableiten könnte, dass er von der WSG ausgerüstet wurde. Das wiederum hätte den Schluss nahe gelegt dass er ein WSG Mitglied war, was nicht zutreffend ist, was aber von meinen Politstalkern unterstellt wird. Wäre es so gewesen hätte ich kein Problem damit es zu zu geben, aber es war eben nicht so. Köhler kam mit eigener Bekleidung, einem natoolivgrauen Drillich aus BW Beständen mit dazu gehöriger Feldmütze, (alles ohne Abzeichen) und BW Stiefeln. Marx sagte bei seinen Vernehmungen zur Bekleidung von Köhler, ich „glaube“ er trug irgend so einen Salamander. Zitat Ende. Der Salamander Kampfanzug (aus tschechischer Produktion für Afrika) war WSG typisch. Warum quatscht der Mann so dumm daher? Wenn er etwas nur „glaubt“ und nicht mehr weiß, dann soll er sagen das weiß ich nicht mehr.
    Im hier relevanten Sachzusammenhang gibt es keine unwichtigen Detaills. Vergiß bite nicht, dass mir die Anwesenheit Gundolf Köhlers auf einer harmlosen Geländeübung, bei der ich überhaupt nicht mit ihm gesorpchen habe, 35 Jahre übelstes Mobbing eingebracht haben. Die Mitgliedschjaft des Arndt Heinz Marx hat mir noch viel mehr Ärger eingebracht und das will etwas heißen.
    Ich selbst habe bei meinen Vernehmungen nie gezögert Köhlers Teilnahme an der Übung zu zu geben. Warum auch. Aber mehr war eben nicht. Die Sache war vollkommen harmlos. Was man daraus gemacht hat war allerdings nicht harmlos.
    Marx hätte sich ja auch nicht bei Chaussy unbedingt an zu dienen brauchen um bei dem üblen Machwerk Chaussys mit wirken zu dürfen. Und wozu der alberne Mummenschanz mit Rückenansicht und verstellter Stimme? Warum kann er nicht wenigstens offen auftreten? Wegen dem Flop mit dem „Salamander“ wird ihn niemand in der Arsch treten. Die Richtigstellung der Detaills sind wichtig, Arndt Heinz Marx ist es nicht.

  7. Rudolf Brettschneider sagt:

    Herr Marx, entweder Sie äußern sich substanziell, etwa zu den Folterungen an Bergmann, oder Sie halten sich hier fern. Ablenkungs-Blabla wird nicht freigeschaltet.

  8. fatalist sagt:

    Ein ganz entscheidender Aspekt im 1. KHH-Kommentar, der eine gesonderte Betrachtung verdient:

    Was haben die Kühnens und die Marxens und die Worchs eigentlich erreicht, ausser der Nationalen Sache Schaden zuzufügen, kaum mehr reparierbaren Schaden?

    Der Schaden ist da, unabhängig davon, ob diese Armleuchter aus eigenem Antrieb handelten oder gelenkte Provokateure waren.

    Letzteres machte es nur noch trauriger, schlimmer jedoch leider kaum. Diese Leute haben den kranken Antifa-Linksdrall der gesamten Gesellschaft, bis weit in die Union hinein überhaupt erst ermöglicht.

    Auftragsgemäß?

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