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Gundolf Köhler schnuppert bei der WSG und lässt den Böller los

Sommer 1976, Donaueschingen

An einem Spätsommertag des Jahres 1976, er ist 16 Jahre alt, überredet Gundolf Köhler seine Eltern, ihn nach Heroldsberg in Franken zu chauffieren. Das ist ein weiter Weg, aber die Eltern machen das. Gundolf packt seine pennälerhafte „militärische Ausrüstung“, die aus einem Bundeswehr-Drillich, Kampfstiefeln und einem „echten Stahlhelm“ besteht, ins Auto und die Familie macht sich auf.

Man ist recht früh losgefahren und erreicht am Vormittag das Anwesen von Karl Heinz Hoffmann. Aber der Haarschnitt passt nicht ganz…

(Kleiner Versprecher: Köhler war nie auf Schloss Ermreuth)

Köhler, der dann doch nie Mitglied der WSG geworden ist, und der auf keinem Foto der WSG erscheint, hat später traurige Berühmtheit erlangt. Damit sich der Leser eine Vorstellung davon machen kann, was er an diesem oder am darauffolgenden Tag im Sommer 1976 (es handelte sich um zweitägige Übungen) bei der Hoffmann-Truppe gemacht hat, dokumentieren wir an dieser Stelle einen kleinen Auszug aus einem Dienstplan der WSG.

Unbenannt

(Dienstplan der WSG, 1979)

Man hat Köhler nie eine Schuld am Anschlag nachweisen können.

Er ruhe in Frieden, wie die anderen Opfer des Staatsterrors auch.