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Tatmittelherkunft der Oktoberfestbombe: Doofe Ausflucht, Schätzchen

Zehlendorf, August 2015

Seit Jahrzehnten säuseln uns die staatsbesoldeten Gegner der Aufklärung und die fade, moralische, vor Lügen und Inkompetenz strotzende Antifa das Liedchen von den Dingen ins Ohr, die „wohl niemals aufgeklärt werden können“. Wer bei einem Aufklärungsversuch des Clemens Binninger nicht speibt, ist selber schuld, das stimmt schon; aber der Chaussy, wenn er sagt, dass die Herkunft des Sprengstoffes der Oktoberfestbombe „nicht geklärt“ sei, dann nutzt er die Aufklärungslücken als Kapital für seinen Verdachtsunsinn. So etwas ist durchaus als Geschäftssinn zu würdigen.

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(Randlose Brille, Nippel durch die antifaschistische Lasche: Ullrich Chaussy)

Ach, wenn die Herkunft des hochbrisanten, gewerblichen bzw. militärischen Sprengstoffes, der auf der Teresienwiese zum Umsetzung kam, „nicht geklärt“ ist, dann hat der Herr Chaussy die Möglichkeit, in diese staatlich vorbereitete Leerstelle genau das hineinzugeheimnissen, was man von ihm will. Alt-, Jung- oder Neonazis, Schneemenschen, VS-Nachahmungs-Wehrsportler, Hakenkreuzbeauftragte des lieben Gottes, vielleicht der Papst selber verkleidet als Nazi, schwule Nazis, olympische Sportler mit Flammenkreuz am Oberarm, Gladio oder die Schwester vom Hitler werden es gewesen sein; dann ein „mahnender Blick“, über die Lesebrille in die Fresse des Fernsehzuschauers und gut is’.

In Wirklichkeit kommt man auch ohne Antifa-Phantasien zurecht; indem man nämlich die Lügen näher anschaut, die Anfang November 1980 gegenüber der Regierung der BRD geäußert worden sind. So schwer ist es gar nicht. Lassen Sie uns dazu ein kleines Dokumenten-Spiel machen, eine Art Frage-und-Antwort-Spiel. Wir zitieren die gesamte vertrauliche Erklärung des Justizministeriums (vom 7. November an das Bundeskanzleramt) zur so genannten Tatmittelherkunft und raten, welches Tatmittel in dieser Erklärung nicht zur Sprache kommt, obwohl die Tatortarbeit samt aller forensischer Analysen zu jenem Zeitpunkt bereits abgeschlossen ist.

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(Bundesministerium der Justiz, 7.11. 1980, 4021 E-1061/80)

Es wird recht selten sein, dass man ein solches plump-verlogenes Dokument zu Gesicht bekommt als Normalsterblicher… aber in medias res.

Was würde man bei einem Sprengstoffanschlag vorzugsweise als Tatmittel bezeichnen, als Normalsterblicher? Was bei einer Messerattacke oder bei einem Giftmord? Und was macht das Justizministerium, wenn es von der „Tatmittelherkunft“ bei einem Sprengstoffanschlag berichtet?

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(Bundesministerium der Justiz, 7.11. 1980, 4021 E-1061/80, S. 8)

Gut, denkt der Laie, es ist klar, dass der Sprengstoff von einer Hülle umgeben gewesen sein muss bei einem Sprengstoffanschlag. Schließlich muss der Kram verdämmt werden, wenn er wirkungsvoll hochgehen soll. Alles klar, und die Herkunft der Hülle muss halt auch geklärt werden, zumal es nicht die Originalhülle war.

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(Bundesministerium der Justiz, 7.11. 1980, 4021 E-1061/80, S. 8)

Naja, die Experten, denkt der Laie; alles wollen sie genau wissen. Wird schon Sinn haben, Jahrzehnte zurück zu schauen und die Herkunft der Hülle zu klären.

Aber was ist mit dem Sprengstoff?

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(Bundesministerium der Justiz, 7.11. 1980, 4021 E-1061/80, S. 8)

Was ist da los mit der Tatmittelherkunft? Der unbedarfte Leser muss sich fragen: Was nestelt der Herr Justizminister (Hans Jochen Vogel) da an der Hülle herum und fragt immer noch nicht nach der Herkunft des Tatmittels, nämlich des Sprengstoffs. Nach der allgemeinen Lebenserfahrung sieht es so aus, als ob da was ein ganz klein wenig tabu wäre… mag der Leser denken… aber die Herkunft des Sprengstoffs wird doch sicher noch thematisiert werden im Bericht?!

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(Bundesministerium der Justiz, 7.11. 1980, 4021 E-1061/80, S. 8)

Jo Himmel Arsch und Zwirn! Da quasselt der Minister irgendwelche Mutmaßungen zu Feuerlöschern und schließt von Lackresten im Auto auf den Tatort. Und was ist mit der Herkunft des Tatmittels? Mit der Tatmittelherkunft, um es kriminalistisch zu sagen?

Nichts. Selbstverständlich ist davon nicht die Rede.

Da wir wissen, dass Anfang November bereits die Mikrountersuchungen zum Sprengstoff abgeschlossen waren, lässt eine solche Herumdruckserei (Berliner Hausfrauen sagen bei solchen Gelegenheiten „doofe Ausflucht, Schätzchen“) nur einen Schluss zu: Da durfte etwas nicht thematisiert werden.

Wo hätte angesetzt werden müssen, wenn das Attentat aufgeklärt werden hätte sollen?

Und wo setzt Chaussy mit seinen Phantasien an und kann froh sein, dass alles verschwiegen wird?

Beim Sprengstoff.